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EINSATZ 111|2019 - Verkehrsunfall, eingeklemmte Person
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EINSATZ 15|2019 - Wohnhausbrand Uissigheim
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14 Stunden und 1 Minute unter Hochspannung

Das Feuer im Klosterhof war alles andere als ein Pappenstiel - auch nicht für die rund 150 Einsatzkräfte. Die Tauberbischofsheimer Feuerwehr schilderte den FN den genauen Ablauf.

Noch nie waren bei einem Brand im Main-Tauber-Kreis vier Drehleitern gleichzeitig im Einsatz. Der Klosterhof bildet damit eine Premiere, auf die jeder gerne verzichtet hätte. Eine Minute nach 3 Uhr war dort am 6. November der Strom ausgefallen. Ein technischer Defekt im Verteilerkasten ist nach jetzigem Stand der Dinge die Ursache für den verheerenden Brand, der einen Millionenschaden anrichtete (wir berichteten). Die Doppelrahmen-Fenster hielten im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal "dicht" - das Feuer konnte in aller Ruhe entstehen. Ein Mann, der zufällig dort vorbeilief, bemerkte dann gegen 4 Uhr Rauch. Er informierte die Polizei, die Beamten setzten die Rettungsleitstelle in Kenntnis. Die Devise lautete zuerst "unklare Rauchentwicklung".

Sonntag, 6. November

 

4.17 Uhr: Die "kleine Schleife" der Feuerwehr-Abteilung Stadt wird alarmiert. "Unklare Rauchentwicklung", das ist das Feuerwehr-"Synonym" für einen kokelnden Mülleimer
4.21 Uhr: Bereits auf der Fahrt zum Feuerwehrgerätehaus sehen Kameraden Flammen. Sofort folgt der Alarm für die "große Schleife" der Abteilung Stadt. Außerdem werden die Abteilungen Dittigheim, Distelhausen, Dienstadt und der Löschzug der Bad Mergentheimer Wehr inklusive ihrer Drehleiter nach Tauberbischofsheim beordert.
4.24 Uhr: Die ersten Fahrzeuge der Abteilung Stadt treffen am Klosterhof ein. Der Herbstmarkt, der am Sonntag stattfinden soll, erweist sich als Glück: Der Marktplatz ist für den Krämermarkt leergeräumt worden. Die Feuerwehr kann sich ausbreiten - und zwar nach einem in Minutenschnelle ausgetüftelten Plan.

Die Rettungskräfte, die zuerst eintreffen, stehen besonders unter Druck. Eben hatten sie noch geschlafen, nun stehen sie vor einem brennenden Gebäude und müssen blitzschnell die Situation erfassen: Wo brennt es? Wohin kann sich das Feuer ausbreiten? Wo liegen die besonderen Gefahren? Und: Reicht die Zahl der bisher angeforderten Kameraden? Die nervliche Belastung der freiwilligen Feuerwehrleute ist immens.

Fünf Einsatzabschnitte werden gebildet: Klosterhof, Klostergasse, Wasserversorgung, Bereitstellungszelt und Rettungsdienst. Die Lage vor Ort: In mehreren Geschossen des Gebäudes brennt es, Rauch quillt aus dem Dachstuhl. Die Wehren beginnen mit der Brandbekämpfung. Ein Rädchen greift ins andere.

4.30 Uhr: Nachalarmierung für den Löschzug der Feuerwehr Lauda. Er wird gegen das Feuer kämpfen, das in den Dachstuhl über dem Klostercafé übergreift. Allein in der ersten Viertelstunde des Einsatzes meldet sich bei über 100 Feuerwehrleuten im Main-Tauber-Kreis der Piepser. Zeit zum Überlegen gibt es keine. Falscher Stolz nach dem Motto: "Das schaffen wir alleine!" kann lebensgefährlich sein.
4.35 Uhr: Eine neue Lagemeldung geht an die Leitstelle: Vollbrand erstes und zweites Obergeschoss. Mehrere Atemschutzgeräte-Trupps sind im Einsatz. Die Wehren Distelhausen und Dittigheim bauen eine Wasserversorgung von der Tauber aus auf.
4.45 Uhr: Nachalarm: Man fordert die Abteilung Dittwar, den Löschzug der Feuerwehr Hardheim mit einer weiteren Drehleiter sowie die Feuerwehr Werbach mit Atemschutzgeräte-Trägern an. Insgesamt werden 45 Atemschutzgeräte-Trupps im Einsatz sein, die gesundheitlich überwacht werden müssen. Zwei Kameraden bilden einen Trupp. Ein Trupp arbeitet 20 Minuten, bevor ihn der nächste ablöst. Die Ausrüstung wiegt etwa 17 Kilogramm.
 5.29 Uhr: Die Lage ist extrem brenzlig. Durch einen Schacht kann sich das Feuer leicht ausbreiten. Die Feuerwehrleute kämpfen gegen die Brandlast - im Gebäude ist massives Eichenholz verbaut, außerdem werden im Stadtarchiv viele Akten gelagert -, den dicken schwarzen Rauch und die wahnsinnige Hitze im Gebäude. Aluminium schmilzt bei 660 Grad Celsius. Eine Alu-Rampe im Gebäude ist total zusammengeschmolzen.

Teile des Dachstuhls, der Zwischendecken und -wände müssen geöffnet werden. Ein Einsatz wie dieser ist für die Kameraden, die im Inneren des Gebäudes arbeiten, lebensgefährlich. Die Einsatzleitung befürchtet ein Übergreifen des Feuers auf die nebenstehenden Gebäude, darunter auch die Lioba-Kirche. Die Weikersheimer Wehr wird mit ihrer Drehleiter nachalarmiert.

6.10 Uhr: Vier Drehleitern sind nun gleichzeitig im Einsatz, so viele wie noch nie im Main-Tauber-Kreis. Zusätzlich unterstützen fünf Trupps den "Angriff" im Gebäude. 120 Feuerwehrleute sind am Einsatzort. Dazu kommen noch mehrere DRK-Fahrzeuge mit rund 20 Rettungskräften, die Polizei sowie Wasserwerk, Bauhof und Energieversorger.
9.51 Uhr: Meldung an die Leitstelle: Der Brand ist unter Kontrolle. Die Kameraden suchen Glutnester und sind mit dem Nachlöschen beschäftigt.
11.40 Uhr: Die Brandmeldeanlage eines Seniorenheims in Tauberbischofsheim schlägt Alarm. Mitglieder der Feuerwehren Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim machen sich auf den Weg. Auslöser ist eine vergessene Mahlzeit auf einem Herd.
12.15 Uhr: Frische Kräfte werden nachalarmiert.
13.15 Uhr: Die Abteilungen Impfingen und Hochhausen werden nachbeordert. Der Grund: Es lodern noch viele Glutnester. Außerdem unterstützen Feuerwehrleute die Mitarbeiter der Stadtverwaltung bei der Räumung ihrer Büros. . Die ersten externen Kräfte dürfen die Heimfahrt antreten. Bei der Feuerwehr Tauberbischofsheim ist dagegen noch kein Feierabend in Sicht.

Beim Tauberbischofsheimer Herbstmarkt, der mittlerweile begonnen hat, freuen sich Passanten über die realitätsnahe "Übung" der Feuerwehr. Die Absperrbänder werden des Öfteren ignoriert. Folge: Die Wehr muss Kameraden postieren, die den Passanten das Darübersteigen untersagen.

16.28 Uhr: Meldung an die Leitstelle: Feuer gelöscht.
18.18 Uhr: Vorläufiges Einsatzende - 14 Stunden und eine Minute nach der ersten Alarmierung. Die meisten Feuerwehrleute, die noch ihre Schlafanzüge tragen, gehen nach einer ausgiebigen Dusche ins Bett. Am nächsten Tag ruft schließlich die Arbeit.

 Montag, 7. November

7.10 Uhr: Glutnester hinter Zwischenwänden und -decken machen eine Alarmierung zum Nachlöschen nötig.
9.40 Uhr: Einsatzende.

 

Quelle: Fränkische Nachrichten, Sabine Holroyd, http://www.fnweb.de/region/main-tauber/tauberbischofsheim-konigheim-werbach/14-stunden-und-eine-minute-unter-hochspannung-1.3100179?Page=2

Feuerwehr Tauberbischofsheim beim Magirus-Award© dabei / Wir brauchen EUREN Vote

Die Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim gehört zu den 10 Finalisten in der Kategorie „Nationales Feuerwehr-Team des Jahres“ beim Conrad-Dietrich-Magirus-Award 2018! Seit heute läuft das Online-Voting und mit eurer Stimme können wir es schaffen: Der Sieger fliegt zur größten Feuerwehr der Welt, nach New York City!

Im November 2016 brannte das ehemalige Dormitorium im Klosterhof, in dem das Bauamt der Stadt untergebracht ist. Nur mit vereinten Kräften der Feuerwehren aus der ganzen Region konnte ein Übergreifen auf weitere Gebäudeteile und die Lioba-Kirche verhindert werden. Von 4.17 Uhr morgens bis in die frühen Abendstunden waren wir damals im Einsatz. Alleine die vier eingesetzten Drehleitern bei diesem Einsatz – eine im ländlichen Raum außergewöhnliche Situation – hatten Anfahrtswege zwischen 0,4km und 32,5km! Nur dem Teamwork aller eingesetzten Feuerwehrleute ist es zu verdanken, dass im Juni das renovierte Dormitorium freigegeben werden konnte und nun wieder der Stadtverwaltung als Bürogebäude dient.

Mit diesem Einsatz haben wir uns – stellvertretend auch für alle Feuerwehren, die an diesem Einsatz beteiligt waren – für den Conrad-Dietrich-Magirus-Award in der Kategorie „Nationales Feuerwehrteam des Jahres“ beworben. Nach der Vorauswahl der Jury landete die Feuerwehr Tauberbischofsheim unter den Top Ten und steht nun im Online-Voting gegen 9 weitere Feuerwehren aus Deutschland. Unterstützt uns mit eurer Stimme! Stimmt jetzt ab unter: /

Voting Magirus Award

Waldbrandgefahr

Aus gegebenen Anlass, weisen wir Euch auf folgende Hinweise hin:

Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe und auf Gräsern, außer an den ausdrücklich ausgewiesenen Plätzen!

Werft keine Zigaretten oder Zigaretten fort, vor allem entlang eines Waldes und während der Autofahrt!

Parkt Euer Fahrzeug nicht über entzündlichen Untergrund, da sich der Katalysator stark erhitzen und so einen Brand auslösen kann -> nur ausgewiesene Parkplätze nutzen! -> Parkt zudem nicht die Einfahrten / Zuwege zu Wäldern zu, nur so könnten wir im Einsatzfall rasch an den Brand gelangen.

Lasst keine Glasabfälle liegen, diese könnten bei entsprechender Sonnenbestrahlung als Brennglas wirken!

Solltet Ihr einen Wald-/Flächenbrand entdecken informiert uns sofort über den Notruf 112!

Über die Waldbrandgefahr könnt ihr euch jederzeit beim Deutschen Wetterdienst informieren: https://www.dwd.de/DE/Home/_functions/aktuelles/2018/20180703_gefahrenindices.html

Zugübung am 30.05.2018

Hallo Kameraden der Abteilung Stadt,

wir laden Euch herzlich zur Zugübung am Mittwoch, den 30.05.2018 sein. Übungsbeginn (Treffpunkt) ist um 18:45 Uhr am Feuerwehrgerätehaus, anschließend bekommt Ihr per Funk den Einsatzbefehl. Das Übungsszenario orientiert sich an den vergangenen Ausbildungseinheiten.

Im Anschluss an die Übung seid ihr alle zum Grillen am Gerätehaus eingeladen (am nächsten Tag ist Fronleichnam).

Wir hoffen, dass möglichst viele zur Übung kommen und versprechen zugleich, dass jede Person gebraucht wird bzw. auch genügend Arbeit bekommt ;-)

 

Euer Übungsteam

David Klinger, Simon Schimpf, Tizian Hartmann und Manfred Zegowitz